Nordkette Weizenfeld

TIROLER BIER

Harald Baumgartner
Feldstraße 11a
6020 Innsbruck
Tel.: +43 664 234 683 9
E-Mail: tirolerbier@chello.at

„Das ist mein Bier“

"'IN MEIN BIER' kommt nur Wasser, Hopfen, Malz - und sonst gar nichts!" Diesen aus der Werbung sattsam bekannten Ausspruch nimmt Georg Hörtnagl aus Unterperfuss auch für sich in Anspruch. Der 37-jährige Wirt der "Branger Alm" hat sich heuer einen langgehegten Wunsch erfüllt und die erste "Gasthausbrauerei" in Westösterreich eröffnet.

"Der Buchstabe 'B' wie Bier spielt in meinen Überlegungen eine große Rolle", führt Hörtnagl aus, "die 'Branger Alm' will ein bodenständiges Bier brauen. Mit dem Bauernkeller in Innsbruck habe ich ein Lokal angepachtet, das ich in ein Bierwirtshaus umwandeln werde, wo man mein Bier trinken kann. Und schließlich denke ich an die Gründung einer Brau-Bier-Bruderschaft …"

Dass da sein Braumeister mit "B" beginnen muss, ist fast logisch: Harald Baumgartner (31) ist der Mann, der dafür sorgt, dass ein edles Naturprodukt entsteht. Im Adambräu Innsbruck erlernte er das Handwerk des Brauers und Mälzers, im Bürgerbräu Innsbruck avancierte er zum Gärführer, ehe er nach Ulm ging und dort den Meisterbrief erwarb. Nach eineinhalb Jahren Gastspiel in Starkenberg kam Baumgartner zur 'Branger Alm', wo er nunmehr zwei- bis dreimal wöchentlich je 1000 Liter des edlen Gerstensaftes braut.

„Oberstes Gebot beim Bierbrauen ist stets die Hygiene, nur sie garantiert den vollen Erfolg", klärt Baumgartner auf. "Andernfalls könne es durchaus passieren, dass das Bier einen unangenehmen Beigeschmack bekommt: nach Sellerie oder Apotheke etwa." Speziell in der 'Branger Alm' läuft alles ein bisserl anders, weil hier auf die sonst notwendigen Vorgänge für die Transportsicherung, wie filtrieren und pasteurisieren, verzichtet werden kann: "Das Bier kommt direkt vom großen Drucktank auf die Zapfsäule, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente bleiben zu 100 Prozent erhalten." Heraus kommt ein Vollbier mit 4,5 Prozent Alkoholgehalt und 12,5 Prozent Stammwürze.

Für 1000 Liter Bier benötigt Baumgartner neben dem Wasser vom Rangger Köpfl ("Mit sechs deutschen Härtegraden nahezu ideal") 185 Kilo Malz, 1,1 Kilo Hopfen und Hefe. "Es werden nur beste Grundmaterialien von mir eingekauft: Saazer und Hallertauer Hopfen sowie Malze, die aus der zweizeiligen Sommergerste, gewonnen werden."

Ein Brauvorgang dauert rund zehn bis zwölf Stunden, nach rund vier Wochen ist das Bier trinkfertig: Das bernsteinfarbige Getränk hat weniger Kohlensäure als die herkömmlichen Biere und ist äußerst süffig. "Ich würde mein eigenes Bier bei jeder Blindverkostung erkennen", meint Baumgartner, dem als Braumeister nach uraltem Gesetz ein "Haustrunk" zusteht: Zwei Liter Freibier pro Brauvorgang.

"Ich wollte immer schon nicht alltägliche Dinge probieren", beendet Georg Hörtnagl den Versuch, mit der 1. Wirtshausbrauerei in Westösterreich ins Geschäft zu kommen. "Und damit glaube ich, eine Marktnische gefunden zu haben, die für die Zukunft vielversprechend ist." Viele Schaulustige kommen schon nach Unterperfuss, um beim Bierbrauen live dabei zu sein:

Innsbrucker können ab 2. November im Bauernkeller den edlen Gerstensaft kosten.

Quelle: Krone

Datum: 26. Oktober 1993